PINAR MIRO Österreich - Exklusive Design Zementfliesen - Fliesen und Muster 2013

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Über die Entstehung und die Verbreitung der Zementfliese

Ob mit abstrakten Dekormustern in trendigen Cafés der Wiener Altstadt oder als eleganter Rahmen individueller Inneneinrichtung - man trifft sie immer häufiger als Element der Raumgestaltung: die Zementfliese liegt wieder im Trend und avanciert zum geheimen Liebling der Raumausstatter. 

Richtig in Szene gesetzt und neu interpretiert bieten die Zementfliesen unglaubliche Möglichkeiten, einen individuellen Boden zu schaffen, der die Blicke anzieht und gleichzeitig im Raum versinken lässt. Heutzutage (noch) ein Geheimtipp von Trendsettern, geht die Erfolgsgeschichte der Zementfliese weit in der Zeit zurück, ist sie doch eine „Grand Dame“ der Einrichtungskultur.


Zementfliesen: Erst Keramik- und Natursteinimitat, dann eigenes Design(er)objekt 


Anfangs orientierte sich der Dekor der Zementfliesen deutlich an den bereits erfolgreichen Keramik- und Natursteinfliesen. Mit der Zeit entwickelte sich jedoch eine eigenständige Linie: dank ihrer ganz speziellen Eigenschaften trat die Zementfliese ihren Siegeszug an. Wer wissen will, wie die heute uns so vertrauten Dekore, Elemente und Formen der ementfliese entstanden muss also ein wenig weiter zurück in der Zeit: zu den Anfängen der Töpferei und in das von den Mauren besetzte Spanien.


Die Geschichte der Zementfliesen also geht zurück auf die Fortschritte in der Töpferei (1), und auf die Entwicklungen der Keramikfliesen (2). Schließlich überzog man im Nahen Osten schon vor Christi Geburt die ersten Tonziegel mit einer Glasur. Die Weiterentwicklung in der Glasur zur Zeit der Römer (3) war wichtig für das spätere Aussehen der Fliesen wie wir sie heute kennen.
Zur Zeit der Mauren in Spanien (4) wurden die Herstellungstechniken immer weiter verfeinert, was sich heute in Design und Farbe der Fliesen spiegelt.
Grob chronologisch geordnet folgten verschiedene Techniken (5), mit denen man das Dekor der Fliese noch künstlerischer gestalten konnte.
Nach und nach verschoben sich die Prioritäten in der Entwicklung der keramischen Fliesen. Nicht nur die Ästhetik der Fliesen war wichtig, sondern ein Aspekt wurde von immer größerer Bedeutung: die Wirtschaftlichkeit. Und somit begann im 19. Jahrhundert der Siegeszug der Zementfliesen (6).


Ihre Herstellung stand für das neue Denken, vereinte sie schon früh die Anforderungen einer effizienten Produktion mit einem individuellen Anspruch an Design, Farben und Mustervielfalt sowie Qualität. Anfangs blieb das Design bei den erprobten Mustern von Natursteinen und Keramikfliesen. Mit der Zeit entwarfen die Manufakturen neue, eigene Design und Muster, die die Besonderheiten der Zementfliese nutzten und in Szene setzten.


Heute ist die Zementfliese eine ganz eigene, hochwertige Designlinie, die Dank ihrer besonderen Oberflächenbeschaffenheit, weichen Farben und Wandelbarkeit immer mehr begeisterte Anhänger weltweit gewinnt.

(1) Die Geschichte der Fliesen beginnt mit der Geschichte der Töpferei.

 

Die Fliese, wie wir sie heute kennen, wurde erst möglich durch die Kenntnisse die sich viele Generationen von Töpfern oft in der Versuch-und-Irrtum-Methode aneigneten und vom Vater an den Sohn weitergaben.


Schon 10.000 bis 6.000 vor Christus hat man sich die Vorteile der Tonerde zu Nutze gemacht.
Damals stand noch die Herstellung von Gefäßen für die Aufbewahrung und den Transport von Flüssigkeiten und Lebensmitteln im Vordergrund. Aber schon hierfür mussten zunächst die Formstabilität und die Wasserundurchlässigkeit der im natürlichen Zustand sehr weichen Tonerde hergestellt werden. Als man das durch den richtigen Brand geschafft hatte, ging es auch hier schon um das Dekorieren der gebrannten Objekte und man sammelte erste Erfahrung mit der Glasur auf Basis von Pflanzensud.

(2) Die ersten Fliesen: Tonziegel mit glänzender Glasur

 

Die erste wichtige Innovation kam um 575 vor Christus aus dem Nahen Osten (heute Irak/Syrien): Fliesen (damals noch Tonziegel) die durch eine Glasur Glanz und Festigkeit bekamen. Schon mehr oder weniger zur gleichen Zeit verfeinerten die Griechen die Technik der Oberflächenveredelung noch weiter. Sie trugen auf die bereits gebrannte Töpferware einen sehr feinen, dünnflüssigen und mit Eisenoxyd versetzten Tonschlicker (span. „Engobe“) auf. Wenn diese Mischung schon ein wenig angetrocknet war, haben sie diese Schicht mit Stempeln oder Kämmen teilweise wieder abgehoben. Beim Brennen färbten sich die verschiedenen Zonen entweder dunkel oder eben durch das Eisenoxyd rötlich.

 

(3) Die Römerzeit: mehrfarbige Fliesen, die Wände und Böden zierten

 

Während der Römerzeit perfektionierten sie nicht nur Techniken der Töpferei (Ihre Amphoren transportierten Waren über die Weltmeere). Auch den Umgang mit den Platten, die die Wände und Böden der Paläste verzierten entwickelten sie weiter. Sie hatten zwischenzeitlich gelernt wie man Fliesen mehrfarbig glasiert. Sie nutzten jetzt nicht mehr nur Eisenoxyd, sondern auch Kupferoxyd um Grüntöne zu erzielen.

(4) Azulejos: prachvolle Fliesen in den berühmten maurischen Palästen


Nach Spanien kamen die Fliesen mit dem Einfall der Mauren im 8ten Jahrhundert. Die Mauren nutzen das Wissen aus der Alchimie für die Glasur mit Zinn und produzierten schon grüne, blaue und violette Glasuren. Über die Jahrhunderte entwickelten sie die Techniken so weiter, dass schon fast eine Art Massenfertigung entstand. Sie entwickelten Öfen (span. „Horno Moruno“), in denen man schon größere Mengen von Töpferware brennen konnte. Neben vielen anderen Dingen in Kultur, Handwerk und Kunst beeinflussten sie auch die Architektur in Teilen Spaniens. Mit den sich ansiedelnden Mauren entwickelten sich erste Zentren der Fliesenmanufaktur in Sevilla, Malaga, Toledo und Manises, später auch, nicht zuletzt wegen der großen Vorkommen von Tonerde und dem aufstrebenden Hafen, in Valencia.

 

Die hier hergestellten Fliesen waren berühmt für ihre Farbigkeit und ihre Wasserdichte. Man nannte sie „Azuleycha“ (heute: Azulejo) = glasierter Ziegelstein.
In dieser Zeit wurden auch geflieste Böden populär. Sie lösten den Marmor ab, mit dem man im Orient Wände und Böden verkleidete.


Das typische Dekorationselement dieser Zeit (11tes Jahrhundert) waren geometrische Muster (siehe Alhambra in Granada).Es waren auch die Mauren, die als erste dem frischen Ton Schamotte (zu Pulver gemahlener, bereits gebrannter Ton) beimengten. Das machte den Ton stabil genug noch feinwandigere Objekte zu formen.
Sie produzierten auch dekorative Fliesen. Sie waren damals einfarbig weiss, Türkis, violett oder honigfarben und hatten alle erdenklichen geometrischen Formen wie zick-zack-förmig, rechteckig, sternförmig, fünfeckig und so weiter.
Mit der Einführung der Glasierung mit Pinsel hielten mehr und mehr figurative Muster Einzug. Die Farben Grün und Blau waren sehr beliebt. Man orientierte sich im Dekor an den traditionellen Fliesen Vorderasiens (Mesopotamien).

(5) Die Design-Fliesen in Europa


Währenddessen ging man in Europa im Design eine andere Richtung. Man setzte auf Prägemuster und Reliefmuster und es überwogen Brauntöne. In England war die „Enkaustische Fliese“ sehr beliebt. Ihr Dekor wurde graviert, mit andersfarbigem Schlicker aufgefüllt und noch einmal gebrannt.

 

Nichtsdestoweniger waren Fliesen aus Spanien auch schon im 13ten Jahrhundert über die Grenzen hinweg gefragt. Man lieferte an Paläste in der Republik Venedig, nach Ägypten, Syrien und in die Türkei. Selbst Fürsten aus Neapel oder der Vatikan dekorierten ihre Böden und Wände mit Produkten aus Spanien.

 

Die Fliese als Statement & künstlerisches Gestaltungselement
Die Dekore konnten geometrische oder figürliche Muster sein. Es wurden Blumen, Früchte, Paradiesbäume und Tiere dargestellt, teilweise auch stilisiert und in einem geometrischen Gesamtmuster eingebettet (Arabesken). Viele dieser Muster wurden im Mittelalter in ganz Europa wieder aufgegriffen.


Später wurden die Dekore auch von pragmatischeren Ideen beeinflusst. Es wurde Mode die Zugehörigkeit zu Familien oder gesellschaftlichen Gruppen oder auch die religiöse Gesinnung öffentlich zu machen. Es wurden Fliesen mit Familienwappen, den Symbolen und Wahlsprüchen von Gilden und Zünften oder religiösen Orden beauftragt.

 

Im 14ten Jahrhundert kam eine Technik der Glasur auf, die die Farben und den Glanz der Fliesen noch intensiver erscheinen ließ. Die Fliese wurde zunächst einfarbig glasiert danach wie ein Bild bemalt und dann noch einmal gebrannt.

 

Eine andere Technik nannte man „Cuerda Seca“. Man umriss die Konturen des vorgesehenen Musters mit einer speziellen Farbe oder Schnur und füllte die entstandenen Flächen mit farbigen Materialien. Die dadurch entstehenden Muster oder Bilder hatten nach dem Brand eine besonders plastische Wirkung.

 

All diese Effekte erlernten die Handwerker oft in sehr langwierigen Prozessen des Versuchs und des Irrtums. Es waren dabei viele physikalische und chemische Prozesse zu beherrschen, deren Hintergründe während dieser Zeit noch nicht im Detail verstand. Man experimentierte mit Chemikalien wie Eisenoxyd, Kupfersulfat, später auch mit Borax, Manganoxyd, Königswasser oder Quecksilbersulfid (das berühmte Zinnoberrot), um immer neue Farben zu ermöglichen.

 

(6) Zementfliesen: Kunst und Luxus zugänglich machen


Nachdem im 17ten Jahrhundert die Mauren aus Spanien vertrieben wurden stagnierte die Weiterentwicklung der Fliesenherstellung. Neue Impulse kamen im 18ten Jahrhundert aus Frankreich. Man führte die Schablone bei der Produktion ein. Die gleiche Fliese konnte nun immer wieder produziert werden. Es setzten sich so etwas wie Standardmasse durch.
Das war wichtig denn die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich zwischenzeitlich geändert. Die städtische Bevölkerung wuchs. Es entstand eine Mittelschicht, die ebenfalls ihre Wohnungen oder Häusern standesgemäß dekorieren wollten. Die Fliese wurde nun von breiteren Schichten nachgefragt.

 

So zielten denn im 19ten Jahrhundert die Fortschritte nicht mehr so sehr auf die künstlerische Qualität der Fliesen, sondern mehr auf das Geschäft mit ihnen. Auch wenn die Märkte immer neue Modelle forderten, musste die Arbeit vor allem schnell und rentabel werden.
Die Produzenten organisierten sich um. Die Eigentümer arbeiteten nicht mehr so oft bei der Entwicklung und der Produktion mit, sondern wurden immer mehr zu Kaufleuten.
Die Schablone überträgt konnte zwar immer noch die künstlerische Schönheit übertragen die ein erfahrener Handwerker der Fliese verleihen kann, aber sie erfüllte auch schon die Anforderungen an eine effiziente und rentable Arbeit.


Der Siebdruck wurde eingeführt. Das Design des damals gerade aufkommenden Jugendstil profitierte besonders von dieser Technik.
Die Öfen die man befüllen, verschließen, nach dem Brand abkühlen lassen muss, dann entladen und dann wieder neu befüllen muss wurden von modernen Durchlauföfen abgelöst.
Im 20ten Jahrhundert dann rang man in Spanien nicht mehr so sehr um neue Techniken, sondern um den Zugang zu neuen Märkten wie Marokko, Algerien oder Kuba.

 

Ende 19. Jahrhundert: Der Siegeszug der Zementfliese als begehrtes Designer-Objekt


Im Rahmen der technischen Weiterentwicklungen fand die Zementfliese (6) mit ihren Besonderheiten ihre leidenschaftliche Anhängerschaft. Samtener Glanz, die besondere Haptik, prunkvolle Farben- und Mustervielfalt sorgten dafür, dass sie ein Liebling des stilvollen und luxuriösen Ambientes wurde.

 

Ende des 19ten, Anfang des 20ten Jahrhunderts gab es einen regelrechten Boom der Zementfliese. Er schwappte auch nach Deutschland, wo es noch heute viele Böden in Wohnungen und Hausfluren des vergangenen Jahrhunderts gibt, die mit den Originalfliesen von damals belegt sind. Und diese Fliesen beweisen die unglaubliche Langlebigkeit des Materials, sehen sie doch heute zum Teil noch wie neu aus.

 

Anfangs Imitat, wuchs die Zementfliese zur eigenständigen Gestaltungsform


Zu Beginn ihrer Entwicklung imitierte die Zementfliese das Design der verbreiteten Keramikfliesen und der Natursteine. Wahrscheinlich waren die ersten Designs den Maserungen und Äderungen der Natursteine nachempfunden. Denn man bewarb die Zementfliese vor 1851 noch mit „komprimierter Marmor“ oder „künstlicher Stein für Boden und Terrasse…“.

 

Illustrationen darüber gibt es nicht. Die gibt es erst seit der Weltausstellung in London im Jahr 1851: denn mit den Industriemessen hielten auch Musterkoffer und Kataloge Einzug. Mit ihnen haben wir konkrete Nachweise über die verschiedenen „Designlinien“.

 

Man kann sie in drei Grundströmungen einteilen:

 

Monochromatische Zementfliesen in allen Farbnuancen: Die bereits erwähnten einfarbigen Zementfliesen, die das Ausgangsmaterial imitierten, vorzugsweise quadratisch (vom Mosaikstein bis zu einer Grösse von 20 x 20cm). Man produzierte auch Sechsecke und kombinierte verschiedene Formate nach mittelalterlichen Mustern.

 

Zementfliesen „Mosaico de Gres“ - Ornamentale Muster mit einem Hauch Exotik: Designs, die zunächst die Muster des „Mosaico de Gres“ nachempfanden. Auf Fliesen der Größe 20 x 20cm oder 25 x 25cm aber auch schon komplexere Muster auf der Basis traditioneller Mosaiken, Wandteppiche (Gobelin) und Teppiche. Eine fruchtbare Strömung, die bis zum Ende der Vormachtstellung der Zementfliese anhält.


„Enkaustische Fliesen“ - geometrische Anmutung in unglaublicher Farbenvielfalt: Die dritte Strömung griff zunächst die Anmutung der vor allem in Großbritannien beliebten „Enkaustischen Fliese“ auf. Diese Designlinie entwickelte ein breites Musterrepertoire geometrischer Pflanzenformen mit einer riesigen Palette von Farben und „Finishes“ .

 

Schon seit Längerem entdecken wir in Deutschland wieder die Möglichkeiten der Raumgestaltung die uns die Bodenfläche bietet. Es ist nicht mehr allein die Farbgestaltung der Wände der Wände im Fokus. Das Anlegen des Bodens wird wieder als wichtiges Element in die Raumgestaltung aufgenommen.

 

Nun avanciert die Zementfliese sichtbar zum Wohnraum-Gestaltungselement 2012. Dabei kommt uns zugute, dass wieder ein breites Sortiment an Mustern und Farben verfügbar ist. Durch Designer wie die von Pinar Miró kommen jeden Monat neue Dekore dazu, von futuristisch abstrakten Mustern bis hin zu prunkvollen Ornamenten.

 

Unsere Designer gestalten neue Muster nach eigenen Ideen, folgen den Trends aus der Welt der Mode und der Architektur, oder Kunden bestellen ihre eigenen Fliesenentwürfe. Natürlich lieben wir auch die Herausforderung, Fliesen von oft über hundert Jahre alten Böden unserer Kunden zu rekonstruieren.

 

Zementfliesen - eine Passion für Vielfalt


Zementfliesen sind nicht nur wegen ihrer besonderen Haptik oder ihrer Mustervielfalt eine echte Alternative für die Raumgestaltung. Sie erlauben nicht nur eine engere Fuge, sie fordern sie geradezu. Die Gestaltung der Fuge und die Ausrichtung der Fliesen (diagonal, parallel, parallel versetzt oder eine Kombination) der Fliesen steigern noch einmal die Möglichkeiten der gestalterischen Einflussnahme auf das Raumempfinden.

 

Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Gestalten. Lassen Sie sich inspirieren, verführen, und schaffen Sie sich Ihren ganz eigenen Boden. Sollten Sie Fragen zur Planung, Berechnung, zu Lieferzeiten oder generell zu unseren Zementfliesen haben, können Sie uns jederzeit erreichen:

Ihr persönlicher Ansprechpartner

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PINAR MIRÓ ÖSTERREICH

Michael Maass
Telefon: +43 720 - 883496
Email: info@pinarmiro.at

© Michael Maass e.K. Pinar Miró Deutschland 2012